Kriterien für Digitale Souveränität – aus messbar wird machbar
Die Verfügbarkeit digitaler Dienste und Technologien ist für die Öffentliche Verwaltung (ÖV) lebensnotwendig. Diese Verfügbarkeit kann durch äußere Faktoren, wie zum Beispiel politische Einwirkung oder technologische Abhängigkeiten, eingeschränkt werden. Es liegt in der Verantwortung der ÖV, für einen stabilen und sicheren Betrieb ihrer IT zu sorgen.
Aus dieser Notwendigkeit heraus wurde die Digitale Souveränität der ÖV durch den IT-Planungsrat (IT-PLR) als Leitbegriff definiert und durch strategische Ziele konkretisiert. Im Zentrum stehen dabei Wechselmöglichkeit, Gestaltungsfähigkeit und Einflussnahme auf Anbieter.
Die Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ÖV) kann derzeit jedoch weder valide eingeschätzt noch verglichen oder gezielt gesteuert werden, denn es fehlen anerkannte Kriterien und ein systematisches Messmodell, das Digitale Souveränität objektiv bewertet.
Ein systematisches Messmodell für Digitale Souveränität
Um die Digitale Souveränität der ÖV belastbar zu ermitteln und langfristig zu stärken, braucht es klar definierte Kriterien, anhand derer Souveränität gemessen wird. Einerseits geht es dabei um die (Un-)Abhängigkeit digitaler Dienste und Infrastruktur, andererseits um die Handlungsfähigkeit öffentlicher Einrichtungen insgesamt, beispielsweise eine Verankerung von Souveränitätszielen auf strategischer Ebene.
Die hier entwickelten Kriterien - basierend auf den strategischen Zielen des IT-PLR - unterstützen Behörden dabei, eine Bewertung Digitaler Souveränität systematisch vorzunehmen, von Strategie und Organisation über Anwendungen und Daten bis hin zu Betrieb und Infrastruktur.
Ein Papier zu Kriterien Digitaler Souveränität des Zentrums Digitale Souveränität (ZenDiS) bildet die Grundlage für die erste Version des Kriterienkatalogs:
➜ “Kriterien zur Bewertung von Digitaler Souveränität - aus messbar wird machbar”
Grundlage für einen Souveränitätscheck
Die entwickelten Kategorien, Kriterien und Risikoaspekte bilden die Grundlage für ein praxisnahes Bewertungsmodell. Jedes Kriterium soll perspektivisch mit konkreten Prüffragen und Nachweisen hinterlegt werden – etwa:
- Sind Souveränitätsprinzipien strategisch verankert?
- Gibt es getestete Exit-Strategien für kritische Systeme?
- Liegt eine vollständige Dokumentation der Software-Architektur und Schnittstellen vor?
- Ist die Herkunft (Lieferkette) der eingesetzten Komponenten nachvollziehbar?
So entsteht ein Instrument, mit dem Behörden ihre Digitale Souveränität zunächst prüfen und im nächsten Schritt stärken können.
Einladung zur Mitgestaltung
Der Kriterienkatalog wird im offenen Konsultationsprozess mit openCode bis zum 1. Mai 2026 weiterentwickelt.
Beteiligen Sie sich mit Erfahrungen, Kommentaren oder Vorschlägen – und helfen Sie mit, ein praxisfähiges Werkzeug zur Bewertung Digitaler Souveränität zu gestalten:
- Welche Kriterien oder Aspekte fehlen aus Ihrer Sicht? Welche Kriterien sollten stärker betont werden?
- Welche konkreten Prüffragen helfen, die Kriterien messbar und nachvollziehbar zu machen?
- Welche Arten von Nachweisen sind verlässlich, aussagekräftig und zugleich im Behördenalltag praktikabel?
- Welche Kriterien sollten besonders stark berücksichtigt (gewichtet) werden und wie können Gewichtungen transparent und sinnvoll gestaltet werden?
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